Achtung, kein Winterdienst!“ Dieses Schild dokumentiert an vielen Bahnanlagen, Bahnhofszufahrten oder Bahnsteigen die innere Haltung der Bahn im Winter zum Thema Mobilität und Dienstleistung am Kunden. Wehe aber den Hausbesitzern, die sich diese Einstellung zu Eigen machen…

Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass im Winter keine Züge fahren wie neulich in Bayern und die DB einfach davon ausgeht, dass kein Fahrgast mehr Bahnanlagen betritt. Es sollte aber jetzt kein Autofahrer hämisch grinsen, denn bei 10 cm Schnee bricht auch der Verkehr auf den Straßen zusammen. 24 Stunden Stillstand letzte Woche auf der A3 im Westerwald werden viele, der im Stau Stehenden so schnell nicht vergessen.

Laut Aussage der Meteorologen entspricht es durchaus allen wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass es mit der Klimaerwärmung punktuell zu außergewöhnlichen Kälteeinbrüchen kommen kann. Dass ein solches Wetter dann niemand mehr hinter dem Ofen hervorlockt, widerlegen die aktiven Vereinsmitglieder der Brexbachtalbahn eindrucksvoll. Sie schrecken nicht vor Schnee und Eis zurück und arbeiten sich bei frostigen Temperaturen warm. Das geht auch relativ zügig, denn bei Wetterlagen mit Eisregen wird die Schönheit der Strecke durch dichten Wald schnell zum Nachteil. Viele Äste brechen ab, Bäume stürzen auf die Gleisanlagen und Schneebruch macht die Arbeit von Wochen zuvor wieder zunichte.

Doch davon bekommen die Männer in Orange keine kalten Füßen, denn mittlerweile habe sie Routine, professionelle Ausrüstung und zeigen, wie Bahnfahren funktionieren würde, wenn wie hier im Verein von Leidenschaft, Verantwortung, Zielsetzung, Handlung- und Gestaltungswillen nicht nur geredet, sondern auch gehandelt würde.

„Können kommt von Tun“ wusste schon der alte Goethe und das die Eisenbahn nicht Schnee von gestern, sondern Zukunft und für die Verkehrswende von elementarer Bedeutung ist, ist jedem klar, auch denen, die sie auf der politischen Ebene trotzdem weiterhin blockieren. Damit die Bahn im ländlichen Raum und in einer „Grünen Entdeckerstadt“, die Bendorf ja jetzt werden will, wieder zum Zuge kommt, sind engagierte Bürger also auch im Winter ein Vorbild für eine Gesellschaft in Aufruhr, die aber letztlich noch immer nicht verstanden hat: entweder packt jeder mit an statt nur zu meckern und sich zu beschweren und man transformiert sich gemeinsam im Miteinander – oder man wird transformiert. Dann allerdings ist es zu spät.

Und weil die Bilder von der Brex im Schnee ach so schön sind, findet ihr hier einige davon

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